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Reiseerlebnisse in Emojis

Was hat Hölderlin am Tag seiner Anreise alles erlebt? Übertrage das Erzählte in eine Bildergeschichte aus Emojis.

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Montags, den 2ten Juni reißt ich ab. Es war ein schöner belebender Morgen. Noch nie war mir so wohl, als da ich, eine halbe Stunde von hier, den Berg hinunterritt und unter mir Knitlingen lag, und weit hinaus die geseegneten Gefilde der Pfalz.

Mit dieser Heiterkeit sezte ich meinen Weg fort und jezt war ich in Bruchsaal. Ich wartete im Wirtshaus auf Vetter Blum [der Verlobte seiner Cousine]. Ich wartete bis eins, es kam kein Blum, wartete bis zwei, bis drei – noch nicht! Jezt war ich ärgerlich.

Gefallen hatte mirs in Bruchsaal ohnehin nicht, unter dummen Pfaffen, und steiffen Residenzfrazen– mein Pferd hatt ich nur auf diesen Tag gemietet, der Weg nach Speier war lang, die Zeit kurz, die Straße mir unbekannt. Was war zu thun?

Ich schikte den Mann, den ich bei mir hatte, um das Pferd zurükzunehmen, nach Haus, sezte mich aufs Pferd, und flug Speier zu!

Ich passirte meist dike, schauerliche Waldungen, so daß ich außer meinem Weg kaum drei Schritte weit um mich sehen konnte. So dik habe ich in Wirtemberg noch keine Wälder gesehn. Kein Sonnenstral drang durch. Endlich kam ich wieder ins Freie. Ich hielt lange still.

Der neue, unerwartete Anblik einer so ungeheuren Ebene rührte mich. Felder, deren Früchte schon halb gelb waren – Wiesen wo das Gras, das noch nicht abgemäht war, sich umneigte – so hoch, so reichlich stand es – und dann der weite, schöne, blaue Himmel über mir! Ich war so entzükt , daß ich vieleicht noch dort stände mit meinem Roß, wann mir nicht gerade vor mir das fürstlichbischöfliche Lustschloß Waaghäußel in die Augen gefallen wäre …