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  3. Eine Reiseerinnerung wird zum Gedicht
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Reiseformen im Gedicht

›Andenken‹ beschreibt in erster Linie eine Reiseerinnerung oder Gedankenreise.

Jemand, ein lyrisches Ich, erinnert sich zurück und ruft sich Bilder einer vergangenen Reise ins Gedächtnis. Schon der Titel, ›Andenken‹, weist darauf hin und der Beginn der 2. Strophe markiert dies noch einmal: »Noch denket das mir wohl« - eine im Schwäbischen mundartlich gebrauchte Wendung, die so viel heißt wie: »Ich kann mich noch gut daran erinnern«. Angestoßen wird diese Erinnerung durch den Nordostwind, der die Gedanken des lyrischen Ichs in Richtung Südwesten mitnimmt.

In den Erinnerungen, die dabei aufgerufen werden, tauchen jedoch auch andere Reiseformen auf. Insbesondere die Seefahrt, mit der das Gedicht beginnt und endet und dabei auch Assoziationen an die abenteuerlichen See-Expeditionen von Christoph Kolumbus, James Cook und Alexander von Humboldt wachruft. Aber auch Beschreibungen, die von Spaziergängen und Wanderungen, einer Städtereise, einem Strandurlaub mitgebracht sein könnten, finden sich darin. Dazwischen erinnern einzelne Passagen an Szenen eines Traums oder einer Traumreise.